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CaseStudy – SmartRay GmbH

Im Interview: 

Mathias Reiter, Geschäftsführer & Stefan Waldenburg, CFO
von SmartRay GmbH

Als erster Entwickler der Highspeed-3D Sensoren in Serie gründete Mathias Reiter, ein studierter Elektrotechniker, zusammen mit zwei weiteren Kollegen bereits Anfang der 2000er Jahre die Firma SmartRay.

Sein Wunsch, ein High-Tech Unternehmen zu gründen, war schon in seinen frühen Berufsjahren präsent. Allein mit seinen eigenen Erfahrungswerten, selbst getesteten Messtechniken und ohne einen konkreten Businessplan wuchs das Unternehmen von drei Gründern zu einem erfolgreichen internationalen Unternehmen. Mittlerweile beschäftigt SmartRay 16 Mitarbeiter in Deutschland und zehn Mitarbeiter in China.

Seit 2019 agiert Stefan Waldenburg unterstützend als Kaufmännischer Leiter / Chief Financial Officer bei SmartRay. Der gelernte Diplom-Kaufmann und Wirtschaftsinformatiker sammelte über 20 Jahre hinweg Erfahrung als Unternehmensberater, und ist bei SmartRay für den Wachstumskurs verantwortlich, welcher das Unternehmen ertragreich in die Zukunft führen soll.

Was ist SmartRay und wie ist der Name  zustande gekommen ist?

Mathias Reiter: SmartRay ist eine High-Tech Firma im Bereich 3D Sensorik mit einer sehr hohen Fertigungstiefe. Das heißt, wir entwickeln sowohl die Elektronik als auch die Optik der Software, Firmware, internen Logik und vieles mehr.

Wir sind auf den Namen SmartRay gekommen, weil wir einerseits „Smart“ sein wollten, um somit eine Verbindung zu dem zu schaffen, was wir machen. „Ray“ heißt übersetzt Lichtstrahl, kommt jedoch eigentlich aus dem Röntgenbereich. Hier wollten wir das Konzept des intelligenten Lichtstrahls umsetzen; das heißt, wir wollten alles rund um die Laser Sensorik darstellen.

Wie kam es dazu, dass Sie diese 3D Sensoren hergestellt haben?

Mathias Reiter: Anfang der 90er Jahre bin ich auf diesen damals sehr neuen und sehr interessanten Themenbereich des High Tech in der industriellen Bildverarbeitung gestoßen. Das bedeutet, Bilder wurden per Software analysiert und ein Ergebnis als Bildinformationen abgeleitet. Auch im deutschen Raum waren viele Start-ups zu sehen, die bereits an dieser Technik gearbeitet haben. Damals war alles 2-Dimensional: Bilder wurden also mit Kamerasystemen aufgenommen und danach entsprechend ausgewertet. Ich habe in den 90er Jahren angefangen, mit 3D Messtechnik oder generell in 3D zu denken. Die Welt ist 3D – damals war es jedoch eine große Herausforderung, intelligente 3D-Kameras zu entwickeln und zu vermarkten. Wir arbeiteten weltweit mit verschiedensten Leuten an der Umsetzung und überzeugten als einer der ersten in dem Bereich mit unserer Technologie letztendlich große Automobilkonzerne in Bayern.

Stefan Waldenburg

Welchen Herausforderungen begegnet SmartRay aktuell?

Stefan Waldenburg: Das Unternehmen hat namhafte Kunden aus unterschiedlichen Branchen, sowohl im europäischen Raum wie auch weltweit. Um sich bei solchen großen Unternehmen zu behaupten, muss man die beste Qualität liefern.

SmartRay ist mit einem großen Konzern extrem schnell gewachsen. Dies bringt Vorteile sowie Nachteile mit sich. Ein Vorteil ist ein schnelles Umsatzwachstum in kurzer Zeit, und der Nachteil liegt in einer gewissen Abhängigkeit von einem Kunden, der fast 50 Prozent des Umsatzes ausmacht. Diese Abhängigkeit ist auch bei großen Konzernen ein Risiko, welche ebenfalls versuchen, dieses Risiko zu minimieren.

Sie arbeiten also entsprechend mit verschiedenen Lieferanten zusammen, um selbst beim Ausfall eines Partners eine gesicherte Produktion garantieren zu können. Das war auch bei uns so – unser Kunde hat eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung aufgebaut und die Konsequenz für uns war eine Reduktion der eingehenden Aufträge und ein gewisser Umsatzverlust. Diesen Rückgang zu kompensieren, war für SmartRay eine große Herausforderung.

Außerdem ist derzeit die Lieferkette eine weitere große Herausforderung. Problematisch sind die Lieferzeiten bei Schlüssel Bauteilen, deren Lieferung mittlerweile mindestens ein Jahr dauert. Wir wollen uns hier entsprechend absichern, daher gehen wir in die Beschaffung und denken über ein bis zwei Jahre hinaus.

Welche Trends verfolgen Sie in Hinsicht der 3D Sensoren?

Mathias Reiter: Wir haben gerade einen neuen Sensor für eine Spezialanwendung, auch als Prototyp, erstellt, den wir im Herbst dieses Jahres vorstellen werden. Dieser 3D Sensor ist eine Weltneuheit, da es diese Technik in der Form und Größe für diesen Zweck noch nicht gibt. Besonders in unserem Bereich ist die Nachfrage nach kompakten, modernen Lösungen sehr groß, sodass wir hier immer versuchen, auf dem neuesten Stand zu sein, indem wir immer an neuen und interessanten Anwendungen arbeiten.

Wo sind Sie überall international tätig? Und in welche Länder möchten Sie noch expandieren? 

Stefan Waldenburg: Das Unternehmen ist international aufgestellt. Die Umsätze verteilen sich auf ein Drittel in Europa, ein Drittel  auf Amerika und ein Drittel auf Asien, wobei da der Schwerpunkt in China ist. Wir wollen nicht nur in Nordamerika selber, sondern auch nach Südamerika und Asien expandieren. Asien ist ein sehr attraktiver Markt, weil wir gerade jetzt in Corona Zeiten festgestellt haben, dass Asien nicht nur überdurchschnittlich wächst, sondern überdurchschnittlich stabil wächst. Insofern ist letztendlich da auch die größte Nachfrage nach unseren Produkten.

Wie sind Sie auf October aufmerksam geworden? 

Stefan Waldenburg: Wir haben genau zum richtigen Zeitpunkt ein Schreiben von October erhalten. Wir haben aktuell das Ziel, sowohl von Kunden, Lieferanten als auch von Finanzierungspartnern unabhängiger zu werden.

Eine große Herausforderung stellte sich bei uns vor allem im Bereich der Finanzierungssituation. Nach unserer Recherche über Fintech Unternehmen habe ich dann auch den Kontakt mit October aufgenommen.

Wir hatten gleichzeitig noch Gespräche mit anderen Fintech Unternehmen, aber letztendlich hat October bei uns durch seine professionelle und effiziente Arbeitsweise gepunktet.

Für welche Investition haben Sie diesen Kredit verwendet und sehen Sie bereits, dass er Auswirkungen hat?

Stefan Waldenburg: Wir hatten eine Umfinanzierung vorgenommen, da unsere Hausbank aufgrund des Wegfalles des Umsatzes eines Großkunden nervös geworden ist.

Durch die Betriebsmittelfinanzierung von October merkt man, dass Ruhe in unsere Finanzierungsstruktur gekommen ist. Dies gibt uns die Möglichkeit, uns besser auf das eigentliche Geschäft zu konzentrieren.

Warum haben Sie sich für October entscheiden?

Stefan Waldenburg: October hat sich im gesamten Due Dilligence Prozess sehr professionell gezeigt. Außerdem hat uns die Vorgehensweise sowie die Fragen und die Schnelligkeit vom Unternehmen sehr überzeugt, weshalb wir uns immer wieder für October entscheiden würden.